Ein Überblick über die verschiedenen Arten von Rollstühlen

Rollstühle sind essenzielle Mobilitätshilfen für Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit. Sie bieten eine entscheidende Unterstützung, um den Alltag zu bewältigen und die Unabhängigkeit zu erhalten. Je nach individuellen Bedürfnissen und Lebensstilen gibt es unterschiedliche Arten von Rollstühlen, die für verschiedene Zwecke geeignet sind. Hier stellen wir die gängigsten Rollstuhltypen sowie ihre Anwendungsgebiete und Zielgruppen vor und erläutern, für wen diese Rollstühle geeignet sind:

 

Mechanische Rollstühle (ohne elektrischen Antrieb)
Zu den mechanischen Rollstühlen zählen Standard-Rollstühle, Aktivrollstühle und Multifunktionsrollstühle (oder auch Pflegerollstühle genannt).

  • Standard Rollstuhl: Diese Rollstuhlvariante ist oft aus Stahl gefertigt, relativ schwer und bietet nur wenige Einstellmöglichkeiten. Ihr Fahrverhalten ist eher träge, aber sie sind kostengünstig und meist faltbar.
    Anwendungsgebiete: Standard Rollstühle sind für den kurzfristigen Einsatz für wechselnde Personen geeignet, z.B. in Krankenhäusern oder für den Transport vom Krankenwagen zu den Behandlungsräumen.
  • Aktivrollstuhl: Diese Rollstühle sind für Menschen entwickelt, die einen aktiven Lebensstil führen und hohe Ansprüche an Wendigkeit, Leistung und Ergonomie stellen. Sie zeichnen sich durch leichte Konstruktionen aus Aluminium oder Carbon, sportliche Rahmengeometrien und anpassbaren Komponenten aus. Die niedrigen Rückenlehnen bieten viel Bewegungsfreiheit für Körper und Arme.
    Anwendungsgebiete: Aktivrollstühle sind für Sportler mit Behinderungen und Menschen mit hohem Mobilitätsbedarf, die ein aktives und unabhängiges Leben führen möchten, geeignet.
  • Multifunktionsrollstuhl (Pflegerollstuhl): Diese Rollstühle sind vielseitig einsetzbar und können mit verschiedenen Sitz- und Rückenlehnen, Fußstützen, Kopfstützen und anderem Zubehör ausgestattet werden. Sie sind besonders geeignet für Personen mit komplexen oder sich ändernden Mobilitätsanforderungen. Trotz ihrer weichen Polsterung und vielen Anpassmöglichkeiten sind sie schwer und nicht faltbar.
    Anwendungsgebiete: Multifunktionsrollstühle sind für Menschen mit komplexen körperlichen Einschränkungen, die individuelle Anpassungen benötigen, um Komfort und Sicherheit zu gewährleisten, geeignet. Sie sind eher dafür gedacht, geschoben zu werden und eignen sich für die langfristige Lagerung von bewegungsunfähigen Personen, schwer Behinderten, Wachkoma-Patienten und für die Geriatrie.

 

Elektro-Rollstühle (mit elektrischem Antrieb)

Elektro-Rollstühle unterscheiden sich von mechanischen Rollstühlen durch ihren Elektromotorantrieb. Der Benutzer steuert den Rollstuhl mithilfe eines Joysticks oder einer anderen Steuereinheit. Elektrische Rollstühle bieten Personen mit eingeschränkter Armkraft oder Beweglichkeit eine größere Unabhängigkeit und Mobilität. Zusätzlich gibt es in dieser Kategorie auch noch faltbare Elektro-Rollstühle, die leicht zu transportieren sind und für Reisen gerne verwendet werden, weil sie besonders kompakt und leicht sind.
Anwendungsgebiete: Elektro-Rollstühle sind besonders für Menschen mit stark eingeschränkter Armkraft oder Beweglichkeit, die eine bequeme und einfach zu bedienende Mobilitätshilfe benötigen, geeignet.

Die wichtigsten Auswahlkriterien
Bei der Auswahl eines Rollstuhls sind verschiedene Kriterien zu berücksichtigen:

  • Einsatzzweck: Wo wird der Rollstuhl verwendet? Innen, außen, beides, auf Reisen, für Treppen, im Gelände oder im Beruf? Und ist die Transportierbarkeit bzw. Verstaubarkeit ein Thema?
  • Größe des Benutzers: Die Länge der Ober- und Unterschenkel, die Körpergröße und die Beckenbreite sind wichtig. Der Oberschenkel sollte aufliegen, während zwischen den Unterschenkeln und dem Rollstuhl etwa vier Finger Platz sein sollten. Links und rechts sollte eine Handdicke Platz am Becken sein.
  • Krankheitsbild oder Behinderungsgrad: Stabilität des Oberkörpers, Ausmaß der Gehbehinderung, Fähigkeit zum selbstständigen Transfer, Feinmotorik und geistige Kapazitäten (z.B. Konzentrationsfähigkeit).
  • Gewicht des Nutzers: Es sollte immer etwas Luft nach oben bleiben. Ein 159 kg schwerer Mensch sollte nicht in einem Rollstuhl sitzen, der nur für maximal 160 kg zugelassen ist.

Jeder Rollstuhltyp hat seine eigenen Vor- und Nachteile sowie spezifische Anwendungsgebiete. Bei der Auswahl eines Rollstuhls ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Lebensstile des Benutzers zu berücksichtigen, um die bestmögliche Mobilitätslösung zu finden. Eine fachspezifische Beratung im Sanitätshaus Ihres Vertrauens ist dabei unerlässlich!